Coworking Spaces – zwischen Kaffeeküche und Kreativität

Coworking Spaces – zwischen Kaffeeküche und Kreativität

 

In der Lounge abhängen, networken und dann geht’s zum Multi-Space, einem Ort ohne fest zugewiesene Arbeitsplätze: Vielleicht sieht der Alltag nicht ganz so entspannt aus, aber so ähnlich arbeitet man prinzipiell in sogenannten Coworking Spaces. Für wen sie sich eignen und wo sie zu finden sind, erfahrt ihr hier.

Die Digitalisierung macht es möglich. Menschen können von überall aus arbeiten – zum Beispiel auch aus Coworking Spaces. Die Idee stammt aus den USA. Dort manifestierte sich vor rund 20 Jahren in Kalifornien eine Bewegung, die auch unter dem Begriff „Shared Workspace“ bekannt ist. Ziel war es, Arbeitsräume zu schaffen, die in der Form und Ausstattung flexibler und moderner sind.

Gerade die gegen Ende der 90er-Jahre geborene Generation Z legt darauf wert. Sie arbeitet gern ortsunabhängig und ihre besten Freunde sind Bits und Bytes. Starre Hierarchien, traditionelle Office-Konzepte oder das anonyme Großraumbüro mit seinen standardisierten Arbeitsplätzen und mausgrauer Optik haben ausgedient. Im Lauf der letzten Jahre entwickelten sich mit den Coworking Spaces immer mehr coole neue Arbeitsplätze für Freelancer, Selbstständige, aber auch für größere Unternehmen.

Heute gibt es bereits über 500 Coworking Spaces in Deutschland. Im Durchschnitt kostet ein flexibler Arbeitsplatz, ein sogenannter Flex Desk, in Deutschland 214 Euro, hat das Portal Coworking Guide ermittelt. Die günstigsten Plätze sind teilweise schon für unter 100 Euro Miete im Monat zu haben.

Flexibilität ist Trumpf

Ein Tisch im Coworking Space lässt sich einfach anmieten und flexibel nutzen. Im Gegensatz zur gewöhnlichen Büromiete gibt es meist keine Mindestlaufzeit; stattdessen wird abhängig von Typ und Größe in der Regel monatlich per Rechnung bezahlt. Dabei zeichnen sich Coworking Spaces durch eine abwechslungsreiche Gestaltung und Anordnung der Flächen aus. Es gibt Kaffeeküchen, die zum Chatten oder zu schnellen Meetings einladen, offene Arbeitsplätze mit Sitzecken und Rückzugsmöglichkeiten sowie Meetingräume. Zudem lassen sie sich für Events anmieten. Die kreative und lockere Architektur führt im Laufe der Zeit zur Bildung einer Community unter den Mietern.

Coworking Spaces werden übrigens nicht nur von Freelancern oder jungen Selbstständigen geschätzt, die lieber in Gemeinschaft als im angemieteten Einzelbüro arbeiten. Oft dienen sie Unternehmen als Ausweichmöglichkeit, etwa für externe Spezialisten, die an Projekten beteiligt sind, oder für Mitarbeiter, die weit weg von der Firmenzentrale wohnen. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels wird deren Anzahl zunehmen.

Alle diese Gruppen finden in den Coworking Spaces eine professionelle und inspirierende Umgebung vor. Das Spektrum der Angebote erweitert sich ständig. So gibt es Coworking Spaces, die spezielle Angebote zum Beispiel für Frauen und Mütter bieten, andere fördern die Möglichkeit, mit bereits etablierten Firmen zu kooperieren. Diese Unternehmen wiederum erhoffen sich, Nachwuchs zu gewinnen und am Puls der Zeit zu bleiben.

Es lohnt sich auf jeden Fall, mehrere Coworking Spaces miteinander zu vergleichen. Oder einfach ein paar Tage probeweise an mehreren Orten zu arbeiten. Die meisten Einrichtungen geben die Möglichkeit, sich tage- oder stundenweise in ein Büro einzumieten oder auch einen dauerhaften Schreibtisch zu buchen.

Übersicht der Coworking Spaces in Deutschland

Eine Prognose von Statista belegt, dass der Markt für Coworking Spaces weiter wachsen wird. Auch Ergebnisse der Global Coworking Survey 2019 zeigen, dass die Zahl der modernen Büros weiter auf hohem Niveau bleibt. Aus der Umfrage geht hervor, dass in jedem neunten Coworking Space bereits mehr als 300 Mitglieder arbeiten, größtenteils in den Millionenstädten. Die Städte mit den meisten Coworking Spaces sind Berlin, Frankfurt, Köln, Hamburg und München.

Einige Beispiele:

  • Berlin: Das MotionLab ist auch als „das Space mit dem Bus“ bekannt. Mitten in einer Halle steht als Blickfang ein großer Doppeldecker-Bus. Bei diesem Coworking Space gibt es flexible und feste Arbeitsplätze sowie private Büros. Darüber hinaus stehen allen Mitgliedern Werkstätten offen. Gearbeitet werden kann im Open Space, aber auch in privaten Büros und Garagen.
  • München: das modern eingerichtete Peakzone ist Startup-Zentrum und Coworking Space in einem. Die Zielgruppe sind vornehmlich Tech-Start-ups. Insgesamt gibt es im Open Space 36 Arbeitsplätze.
  • Bundesweit: Das Unicorn Coworking Space betreibt 19 Einrichtungen in Deutschland, darunter 14 in Berlin. Unicorn bietet digitalen Nomaden unter anderem voll ausgestattete Schreibtische mit Rollcontainer, Firmenadresse, Postservice, Drucker, Scanner, Büromaterialien und Barista-Kaffee.

Der Beitrag erschien zuerst auf Der Sparkasseblog.

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Kommentare


Julia Thompson schreibt am 19.04.2022 um 11:49 Uhr:

Es ist sehr cool, dass man jetzt in solchen Räumen arbeiten kann. Ich arbeite als Freelancer und habe die Möglichkeit von zu Hause aus zu arbeiten. Aber vor einem Jahr war ich in Coworking Köln. Seitdem ziehe ich Coworking oft dem Homeoffice vor


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